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Kiosk und Haltestellenüberdachung Königsplatz Kassel
Kassel

Die Beauftragung resultiert auf einem im Dezember 2000 von der Stadt Kassel durchgeführten Workshop, woraus eine Überarbeitung mit zwei ausgearbeiteten und visualisierten Entwürfen hervorging. Die Entscheidung für den ausgeführten Entwurf wurde von der Königsplatzkommision gefällt und von der Stadtverordnetenversammlung unterstützt.

Das Projekt ist Teil der gesamten Neugestaltung des Kasseler Königsplatzes. Insgesamt wurde die gesamte Platzoberfläche im Innenring erneuert und eine Brunnenanlage des Künstlers Kamel Louafi installiert. Weiterhin wurde vom Planungsbüro Licht | Raum | Stadt ein neues Lichtkonzept erarbeitet und umgesetzt. Die Koordination der Planung wurde vom Kasseler Landschaftsplanungsbüro GTL erbracht.

Die besondere Schwierigkeit der Bauaufgabe lag in der städtebaulich exponierten Lage, dem öffentlichen Interesse und der engen Abstimmung aller Planer der einzelnen Bauaufgaben.

Entwurf
In seiner kreisrunden Form ist der vom Städtebauer und Architekten Louis du Ry im 18. Jahrhundert entwickelte Königsplatz den Kasseler Bürgern vertraut. Als Platzform nimmt er eine Sonderrolle ein, die immer wieder heftig diskutiert wurde. So bezeichnete der berühmte Stadtkritiker Camillo Sitte Ende des 19. Jahrhunderts diesen Stadtraum als übergroßen „Karussellplatz“, der den Bürgern kaum ein Gefühl von Geborgenheit oder Orientierung bietet.

Die Haltestellenüberdachungen übernehmen nun eine zweifache Funktion: sie weisen auf die Haltepunkte der Straßenbahn hin und schaffen in dem weitgehend orientierungslosen Raum des Platzes einen Halt, der zugleich die Hauptwegerichtung entlang der Königsstraße markiert. Sie vermitteln zwischen dem runden Platz und der Dynamik der Straßenbahn.

Die Dachform ist jeweils ein flacher Ellipsoid. Sie nimmt – als Kreisform – die Platzgeometrie auf und entwickelt sie in die Hauptrichtung des Platzes weiter. Sie nimmt Bezug auf die vor einigen Jahren diskutierte Idee des „Wolken des Herkules“, entwickelt sie jedoch von der Cumulus- zur Cirrusform weiter – Schönwetterwolken also, geometrisch regelmäßig.

Der Kiosk schiebt sich als gläserner Pavillon unter die nördliche Haltestelle. Die hinter dem Glas liegende horizontale Regalstruktur betont die Grundrissform des Gebäudes, die sich aus der runden Platzform ableitet. Zwischen den Regalböden hängen Zeitschriftenhalter, die variabel bestückt werden können, und so eine zweite, Tiefe gebende Fassadenebene bilden.


Nordpolbrücke im Westpark Bochum
Bochum

Die Nordpolbrücke überspannt als Fußgängerbrücke einen Canyon zwischen dem ehemaligen Hochofenplateau „Colosseum” und dem Hochplateau "Nordpol" auf dem zum innerstädtischen Stadtpark gewandelten ehemaligen Krupp-Gelände. Der polygonale Grundriß der Brücke steht im Kontrast zu den rationalen Konstruktionen der noch vorhandenen Rohrleitungen.

Die Lauffläche der Brücke wird in zwei Randträgern aufgelöst. Die Leichtigkeit dieser Konstruktion wird in der Glas-Stahl-Konstruktion der Geländerbrüstung konsequent weiterverfolgt. Die Beleuchtung ist als ein interaktives Objekt entwickelt. Hierzu werden von Sensoren aufgenommene Umwelteinflüsse über ein Computerprogramm in rhythmische Steuerimpulse für die Beleuchtungskörper umgewandelt. Durch eine Folge kurz angestrahlter Scheibenabschnitte entsteht ein lebendig beleuchtetes Eingangssymbol.